Bau-Innung Freudenstadt übergibt Forderungskatalog an Landtagsabgeordnete Katrin Schindele

Freudenstadt. Mit großer Beteiligung aus dem regionalen Baugewerbe hat die Bau-Innung Freudenstadt ihre Innungsversammlung 2026 abgehalten. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die aktuellen Herausforderungen der Branche – und klare Forderungen an die Landesregierung von Baden-Württemberg. Diese wurden im Rahmen der Versammlung an die Landtagsabgeordnete Katrin Schindele übergeben.

Die hohe Teilnehmerzahl machte deutlich, wie stark die Themen die Bauwirtschaft derzeit beschäftigen. Vor allem steigende Kosten, zunehmende bürokratische Hürden und fehlende Entsorgungsmöglichkeiten für Bodenaushub sorgen in vielen Betrieben für wachsende Sorgen.

Entsorgung von Bodenaushub als zentrales Problem

Ein Schwerpunkt des Forderungskatalogs betrifft die Entsorgung von Bodenaushub. Nach Angaben der Bau-Innung sind immer mehr Erddeponien vollständig verfüllt. Infolge der knappen Kapazitäten sind die Preise für die Entsorgung in den vergangenen fünf Jahren stark gestiegen – teils hätten sich die Kosten sogar verdoppelt.

Die Innung fordert deshalb zusätzliche Deponiekapazitäten im Land. Insbesondere Deponien der Klasse DK-0,5 seien für eine sichere Entsorgung unverzichtbar. Deren Erweiterung werde jedoch bislang durch politische Vorgaben erschwert. Ohne ein Umsteuern drohe langfristig ein Entsorgungsengpass mit zusätzlichen Transportwegen, höheren Kosten und deutlich steigenden CO₂-Emissionen.

Kritik an Genehmigungsverfahren und Naturschutzauflagen

Auch die zunehmenden Anforderungen bei Gutachten und naturschutzrechtlichen Vorgaben waren Thema der Versammlung. Nach Einschätzung der Bau-Innung führten immer komplexere Vorgaben dazu, dass Bauprojekte deutlich länger dauerten und teilweise gar nicht mehr realisiert werden könnten.

Zwar bekenne sich die Branche klar zum Naturschutz, doch müsse dieser „mit Augenmaß“ erfolgen. Immer häufiger würden Bauvorhaben oder ganze Baugebiete durch zusätzliche Auflagen verzögert oder wirtschaftlich unmöglich gemacht.

Forderung nach bezahlbarem Bauen

Unter dem Leitgedanken „Lasst uns einfach wieder günstiger bauen“ appellierte die Innung an die Landespolitik, die Rahmenbedingungen für die Bauwirtschaft zu verbessern. Ziel sei es, Wohnungsbau und Infrastrukturprojekte wieder wirtschaftlicher umsetzen zu können.

Obermeister Volker Nübel machte in seinem Beitrag deutlich, wie dringend die Branche Veränderungen erwartet:
„Unsere Betriebe wollen bauen und Wohnraum schaffen. Aber wenn Entsorgungskosten explodieren und Genehmigungen immer komplizierter werden, gerät das System ins Stocken. Hier brauchen wir endlich praktikable Lösungen aus Stuttgart.“

Auch Geschäftsführer Lennart Nöller betonte die Bedeutung der Forderungen:
„Die Bauunternehmen stehen bereit, ihren Beitrag zur Entwicklung der Region zu leisten. Dafür müssen die politischen Rahmenbedingungen jedoch stimmen – von ausreichenden Deponiekapazitäten bis zu schnelleren und verlässlicheren Genehmigungsverfahren.“

Mit der Übergabe des Forderungspapiers an Landtagsabgeordnete Katrin Schindele verbindet die Bau-Innung Freudenstadt die Hoffnung, dass die Anliegen der regionalen Bauwirtschaft künftig stärker in die landespolitische Diskussion einfließen.

Bildunterschrift: Obermeister Volker Nübel übergibt der Landtagsabgeordneten Katrin Schindele den Forderungskatalog (beide Bildmitte), Geschäftsführer der Innung Lennart Nöller (rechts)